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Plahotniuc, Shor, Dodon und die „Oligarchenmafia“ im Die Welt. „Der Milliarden-Krimi im ärmsten Land Europas” von Teresa Pfützner

Eine Milliarde Dollar verschwand in der Republik Moldau. Jetzt, fast vier Jahre später, versuchen ein mächtiger Oligarch und seine Anhänger, das Geld zurück ins Land zu schleusen. Nun reicht es der EU – sie kürzt dem Land Hilfsgelder.

Monatelang campierten die Demonstranten vor dem Sitz der Regierung in der moldauischen Hauptstadt Chisinau. Auf ihren Zelten hissten sie die Landesflagge, an den Planen zurrten sie Plakate fest: „Bringt die Milliarde zurück“ und „Nieder mit den Oligarchen“. Ihre Forderung: die Aufklärung eines Verbrechens, von dem in Moldau alle nur als „Raub des Jahrhunderts“ sprechen.

Die instabilen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse, die die Entwicklung des Landes bremsen, machen es umso interessanter für Finanzbetrüger: weitverbreitete Korruption und Vetternwirtschaft auf allen Ebenen, intransparente Besitzverhältnisse im Bankensektor und eine schwache Justiz. Verhältnisse, die Brüssel mit Sorge beobachtet. Doch der reale Einfluss der EU ist begrenzt, schon lange gelten nicht mehr Präsident oder Premierminister als die Entscheider in der Republik Moldau. Sondern ein Mann, dem die Meinung von internationalen Geldgebern wie der EU egal sein kann: der Oligarch Vlad Plahotniuc.

Der Milliardär gilt als der mächtigste Mann in Moldau – obwohl er nicht mal ein Regierungsamt innehat. Der Geschäftsmann ist lediglich Vorsitzender der Regierungspartei PDM. Doch er soll weite Teile von Justiz, Parlament und Medien kontrollieren, ihm gehören mehrere Fernsehsender. Er gilt als Strippenzieher hinter dem Verschwinden der Milliarde und vielen politischen Entscheidungen.